Mit Druckluft, Quadrocopter und Bärlappsporen zum Erfolg

Hamburg/Magdeburg, 5. April 2018

Zehn Jungforscher aus Sachsen-Anhalt qualifizieren sich für den 53. Bundeswettbewerb von Jugend forscht

Georg Lewald, Landessieger Arbeitswelt 2017

Für das 53. Bundesfinale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb haben sich zehn talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Sachsen-Anhalt qualifiziert. Die Landessieger wurden heute in Magdeburg in Anwesenheit von Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb, ausgerichtet von der Avacon AG, präsentierten 34 Jungforscherinnen und Jungforscher insgesamt 22 Forschungsprojekte.

Landessieger im Fachgebiet Arbeitswelt wurden Niklas Knöfel (20) und Robert Kather (19) von der TRIMET Automotive Holding GmbH in Harzgerode sowie Lea Schade (17) vom Wolterstorff-Gymnasium in Ballenstedt. Sie befassten sich mit dem meist unbemerkten Entweichen von Druckluft durch Lecks in Rohren. In der industriellen Fertigung entstehen so hohe Kosten. Die drei Jungforscher konstruierten ein Exponat zur Schulung in der betrieblichen Ausbildung. Damit lassen sich die Daten von Leckagen unterschiedlichen Durchmessers ermitteln. Im Fachgebiet Chemie überzeugte Cornelius Miller (18) vom Norbertusgymnasium Magdeburg die Jury. Er untersuchte die vielfältigen Eigenschaften der Sporen des Bärlapps, einer seit Jahrtausenden bekannten Heilpflanze. Dabei fand er heraus, dass sich die Sporen als natürlicher Ölbinder eignen. Sie könnten so etwa bei einer Ölpest genutzt werden, um verschmutztes Gefieder von Vögeln zu reinigen.

Coffee-to-go wird heute meist aus Pappbechern getrunken, die für viel Abfall sorgen. Mit seinem Projekt will André Linke vom Paul-Gerhardt-Gymna­sium in Gräfenhainichen einen Beitrag zur Entwicklung eines funktionsfähigen Rücknahmesystems für Mehrwegbecher leisten. Er entwickelte eine elekt­roni­sche Bilderkennung, mit der Rücknahmeautomaten Pfandbecher sekunden­schnell identifizieren können. Der 18-Jährige siegte im Fachgebiet Mathematik/Informatik. Karoline Schuster (17) und Lena Kalkofen (17) vom Georg-Cantor-Gymnasium Halle (Saale) konnten sich in Physik durchsetzen. Sie beschäftigten sich mit der Verschmutzung von Solarmodulen in Wüstenregionen. Auf deren Glasoberfläche lagert sich vor allem Staub ab, was zur Verschattung und zum Leistungsverlust führt. Dieses Phänomen analysierten die beiden mit Testgläsern unterschiedlicher Stärke und mithilfe verschiedener Methoden wie etwa der Lichtmikroskopie.

Der Technik-Landessieger Enrico Richter (18) vom Georg-Cantor-Gymnasium Halle (Saale) konstruierte einen speziellen Quadrocopter. Herzstück seines inno­vativen Fluggeräts ist ein selbst programmierter Microcontroller, der die zivile Drohne nicht nur automatisch in der Luft stabilisiert, sondern auch den Transport von Lasten und die Durchführung autonomer Flüge ermöglicht. Mit dem Landessieg für die beste interdisziplinäre Arbeit wurden Philip Matthias (17) und Aaron Reuter (17) von der Landesschule Pforta in Naumburg ausgezeichnet. Die Jungforscher bauten ein Spektrometer für das Teleskop ihrer schuleigenen Sternwarte. Damit wollen sie den Astronomie- und Physikunterricht anschaulicher machen. Mit ihrem Gerät lassen sich im All aufgenommene Spektren digital auswerten.

Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 53. Bundesfinale vom 24. bis 27. Mai 2018 in Darmstadt statt – gemeinsam ausgerichtet von Merck als Bundespatenunternehmen und der Stiftung Jugend forscht e. V. Merck mit Sitz in Darmstadt ist ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials. Gegründet 1668 ist Merck das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt.

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