Mit Apfelaroma, Schneckenschleim und Elbwellen zum Erfolg

Hamburg, 6. April 2018

Neun Jungforscher aus Hamburg qualifizieren sich für das 53. Bundesfinale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb

Henrike Lehmann, Landessiegerin Biologie 2017

Für den 53. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich neun talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Hansestadt qualifiziert. Die Landessieger wurden heute in Hamburg-Finkenwerder ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb, ausgerichtet von Airbus, präsentierten 27 Jungforscherinnen und Jungforscher insgesamt 19 Forschungsprojekte.

Die Sortenvielfalt von Nutzpflanzen ist in den vergangenen hundert Jahren stark zurückgegangen. Die Landessieger im Fachgebiet Biologie, Niklas Mansfeld (18) und Fridolin Dankers (18) vom Gymnasium Othmarschen, untersuchten daher am Beispiel der Tomate die Möglichkeit, samenfeste Sorten auch aus sogenannten Hybrid-Pflanzen zu entwickeln. Diese sind für die Entwicklung fruchtbarer Samen bislang kaum geeignet. Ebenfalls in diesem Fachgebiet erfolgreich war Lisa Hausdorf (15) vom Gymnasium Dörpsweg. Sie ging der Frage nach, ob Schneckenschleim angesichts zunehmender Resistenzen anstelle herkömmlicher Antibiotika eingesetzt werden kann. Dafür analysierte sie die antibakterielle Wirkung des Schleims verschiedener Schneckenarten an sechs Bakterienstämmen.

Fabian Lucht (17) vom Gymnasium Oberalster wurde Landessieger im Fachgebiet Chemie. In seinem Forschungsprojekt untersuchte und verglich er die Aromen von biologischen sowie konventionell erzeugten Apfelsorten. Für seine Analysen nutzte er Gaschromatografie und Massenspektroskopie. Im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften siegte Lasse Clas Keim (18) vom Gymnasium Heidberg. Er befasste sich mit der Meeresfauna in Ost- und Südostirland im Erdzeitalter des Karbon. Es gelang ihm, Mikro- und Makrofossilien zu bestimmen und so ein Bild des damaligen Lebensraums nachzuzeichnen.

Landessiegerinnen im Fachgebiet Physik wurden Valerie Vidal (15) und Masha Galling (15) vom Gymnasium Rissen. Sie präsentierten eine physikalische Analyse der Sogwirkung auflaufender Wellen, die vorbeifahrende Schiffe am Elbstrand von Rissen verursachen. Dabei berücksichtigten sie nicht nur Tidenhub und Windgeschwindigkeit, sondern auch Tiefgang, Geschwindigkeit und Größe der Schiffe. Im Fachgebiet Technik überzeugte Nils Husung (17) vom Heisenberg-Gymnasium die Jury. Der Landessieger entwickelte einen Dokumentenscanner, der sich zum Beispiel für die Digitalisierung von Unterrichtsmaterialien eignet. Das Gerät wird über eine selbst programmierte Software gesteuert, die zusätzlich Textinhalte verschlagworten kann.

Mit dem Landessieg für die beste interdisziplinäre Arbeit wurde Lukas Zierahn von der Universität Hamburg ausgezeichnet. Der 18-Jährige programmierte eine Software zur Simulation der Evolution von Bakterien. Auf diese Weise kann er die Weiterentwicklung von prokaryotischen Zellen, das sind Zellen ohne Zellkern, bei veränderlichen Umweltbedingungen veranschaulichen.

Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 53. Bundesfinale vom 24. bis 27. Mai 2018 in Darmstadt statt – gemeinsam ausgerichtet von Merck als Bundespatenunternehmen und der Stiftung Jugend forscht e. V. Merck mit Sitz in Darmstadt ist ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials. Gegründet 1668 ist Merck das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt.

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